Bei der Talstation der Niesenbahn in Mülenen stehen drei Boxen mit Kompostwürmern. In Zusammenarbeit mit der Firma WormUp wurde dieses innovative Projekt lanciert. In Zukunft werden die Rüstabfälle des Berghaus Niesen Kulm in wertvolle Erde umgewandelt.

Wie funktionierts?

Sowohl in der klassischen Hitzekompostierung wie auch bei der Wurmkompostierung ist das Verhältnis von
Kohlenstoff zu Stickstoff ein wichtiger, physikalischer und biochemischer Faktor für einen stabilen und effizienten Kompostierprozess. Deshalb unterscheiden wir zwischen verschiedenen Futtergruppen.

Als Faustregel gilt: Zu 1 kg Küchenabfällen (viel Stickstoff) sollten ± 300 g holzig-trockene Abfälle (viel Kohlenstoff) zugegeben werden. Die Zumischung kann auch zeitlich versetzt durchgeführt werden, z.B. kann alle zwei Wochen eine Schicht Strukturmaterial in den Komposter gegeben werden.

Kohlenstoffreiche Materialien (Strukturmaterialien)

Materialien mit einem hohen Anteil an Kohlenstoff – alle «holzigen» Materialien wie Karton, Papier, Stroh, Sägemehl, Holzschnitzel, Stängel, Rispen, Wurzeln, aber auch Teereste usw. Strukturmaterial findet sich in guter Menge in den meisten Gärten. Strukturmaterial stabilisiert den biologischen Prozess bei der Kompostierung und trägt zur Durchlüftung bei. Optimalerweise wird 30-50% Vol. (Volumenprozent) den Abfällen beigemischt. Wenn genügend Strukturmaterial vorhanden ist, werden zudem wertvolle Nährstoff e im Kompost gespeichert. Das Hinzufügen von Strukturmaterial schafft also eine optimale Balance im Kompost.

Stickstoffreiche Materialien

Materialien mit einem hohen Anteil an Stickstoff sind alle «feuchten, frischen» Materialien wie z.B. Gemüse- und Früchtereste, frischer Rasenschnitt, Mist, Kaffeesatz, oder auch Haare usw. Diese Materialien beginnen liegengelassen resp. im Kompostkübel nach kurzer Zeit zu stinken. Zu viel stickstoffreiche Materialien (resp. zu wenig Strukturmaterial) im Kompost bringen den Kompostierprozess aus dem Gleichgewicht – es entstehen schädliche Gase (für Würmer und Klima) wie Ammoniak und/oder Lachgas.

Experimentier Futter

Zitrusfrüchte kompostieren langsam, riechen etwas und schimmeln schnell. Stärkehaltiges (Brot, Pasta, Reis), proteinreiches (Linsen, Bohnen, Kichererbsen) ist in kleinen Mengen nicht schädlich. Diese Materialien werden am besten vergraben oder mit Erde überdeckt.

Kein Wurmfutter

Senf, gekochtes Essen, gesalzene Essensreste, Fleisch, Knochen, Asche, Plastik,Metall, Zigarettenstummel, Haustierkot (von Fleischessern wie Katzen und Hunden).

Ernte der Erde

Wenn der SCALE zu ± 2/3 voll ist, kann die Ernte vorbereitet werden. Dies ist nach ± einem Jahr der Fall, denn der Abfall wird um bis zu 90 % im Volumen reduziert. Dank des kontinuierlichen Prozesses braucht es bei «Düngerbedarf» keine Wartezeit. Es kann jederzeit geerntet werden.